Zur Unternehmensseite
Unsere Leistungen
Diagnostik
Unsere Leistungen

Unsere Schwerpunkte

Unsere Schwerpunkte in der Kardiologie, Angiologie und bei Diabetesfolgeerkrankungen

Neben der Versorgung von Patienten mit klassischen allgemein-internistischen Erkrankungen (Lungen- und Bronchialerkrankungen, Rheumaerkrankungen, Erkrankungen des Stoffwechsels und der Nieren, Infektionskrankheiten) liegt der Schwerpunkt der Medizinischen Klinik I in der Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen und Erkrankungen des Herzens.

Wir verfügen über alle apparativen Voraussetzungen, um ohne Zeitverlust und bei geringer körperlicher Belastung sicher Diagnosen zu stellen und damit sofort eine entsprechende Behandlung einleiten zu können. Die Abteilung verfügt über alle invasiven und nicht invasiven Methoden der Gefäßdiagnostik und Therapie mit modernstem technischen Standard und führt diese Untersuchungen mit hohem Anspruch an Qualität in großem Umfang und mit einer hohen, bundesweit anerkannten Expertise durch. 

Im überregionalen Gefäßzentrum Oberrhein Mannheim-Speyer erfolgt zusammen mit der Abteilung für Gefäßchirurgie am Diako Mannheim eine interdisziplinäre Betreuung von Gefäß-Patienten, bei denen eine operative Therapie der Arterien oder Venen erfolgen muss. 

Zudem bieten wir zusammen mit der Medizinischen Klinik II/ Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie ( Chefarzt Prof. Dr. med. Dieter Schilling ) eine umfassende Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus an und sind zentrale Anlaufstelle für ernährungsmedizinische Fragestellungen. 

Patienten mit der Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Behandlung werden auf der interdisziplinären Intensivstation des Diakonissenkrankenhauses in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Anästhesie und Intensivmedizin  betreut. 

Angiologie / Gefäßmedizin

Unsere Gefäßmedizin

Es ist unser Anspruch, alle Patienten mit Symptomen einer Erkrankung der Arterien, der Venen, der Lymphgefäße sowie den Folgen von Stoffwechselerkrankungen, so z.B. des Diabetes mellitus oder einer Niereninsuffizienz, ganzheitlich sowohl stationär wie auch ambulant zu versorgen.

Zu diesem Krankheitsspektrum gehören neben der weitverbreiteten Arteriosklerose der Arterien, dem häufigen Krampfaderleiden und der Thrombose der Venen auch extrem seltene Erkrankungen wie z.B.

  • Entzündliche Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden)
  • Gefäßverletzungen
  • Angeborene und erworbene Gerinnungsstörungen.

Darüber hinaus werden seltene Diagnosen bei unklaren Durchblutungsstörungen von Fußzehen und Fingern, so z.B. bei Berufserkrankungen oder Sportverletzungen, gestellt und therapiert. 

Ein besonderes Engagement des Schwerpunktes Angiologie liegt in der Behandlung chronischer Wunden. Hier werden alle Methoden eines modernen Wundmanagements (z.B. Vakuumtherapie: VAC, Madentherapie) von erfahrenen Wundtherapeuten angewendet. Diese Behandlung kann schließlich auch ambulant in Kooperation mit Einrichtungen des Sozialdienstes koordiniert stattfinden.

Häufige Erkrankungen

  • Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Diabetisches Fuß-Syndrom
  • Arterielle Embolie
  • Akute Venenthrombose und Thrombophlebitis
  • Primäres und Sekundäres Lymphödem
  • Chronisch venöse Insuffizienz (Schwellung, venöses Ulcus)
  • Entzündliche Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden)

Die Patienten werden von erfahrenen Mitarbeitern untersucht. Dabei kommen zunächst nur schmerzfreie, nicht invasive Methoden wie die Farbduplexsonographie zur Anwendung.

Kardiologie

Die Kardiologie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie der Herz- und Kreislauferkrankungen. Neben der nicht-invasiven Diagnostik mittels modernsten Ultraschallgeräten wurde das Spektrum der Kardiologie durch das Eröffnen des Herzkatheterlabors im Juli 2012 erweitert.

In der invasiven Kardiologie werden alle gängigen Methoden der invasiven Herzkatheterdiagnostik und -therapie angeboten. Dazu gehören neben den Standardinterventionen an den Herzkranzgefäßen (PCI) auch komplexe Coronarinterventionen wie Herzinfarktbehandlung, Bifurkationsstenting, CTO-Eingriffe bei kompletten chronischen Verschlüssen, FFR-gesteuerte PCI und komplexe Vitiendiagnostik. 

Zudem erfolgt in unserem Katheterlabor die Implantation von subkutanen Event-Recordern zum Monitoring bei V.a. Herzrhythmusstörungen. 

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie werden bei uns alle Herzschrittmacher- und Defibrillatorsysteme implantiert. Bei der Nachsorge unserer Schrittmacher- und ICD-Patienten besteht eine Kooperation mit den ze:ro-Arztpraxen am Diako Mannheim.

Nicht-invasive Diagnostik in der Kardiologie

  • EKG in Ruhe
  • EKG mit Fahrrad-Ergometrie: Belastungs-EKG
  • EKG mit Carotisdruck
  • Langzeit-EKG (24 Stunden)
  • Langzeitblutdruckmessung (ABDM: 24 Stunden)
  • Echokardiographie: transthorakal von außen (TTE)
  • Echokardiographie unter Belastung: Stress-Echo
  • Echokardiographie transösophageal: über die Speiseröhre ("Schluck-Echo")
  • Echokardiographie mit Ultraschall-Kontrastmittel (Kontrast-Echo)
  • 3D-Echokardiographie

Invasive Diagnostik und Therapie

  • Linksherz- und Rechtsherzkatheteruntersuchung
  • Koronarangiographie
  • Koronarinterventionen inkl. PTCA und Stenting
  • Invasive Ischämiediagnostik mittels FFR
  • Herzklappenvalvuloplastie
  • Herzschrittmacherimplantation
  • ICD-Implantation inkl. CRT

Internistische Intensivmedizin

Patienten mit schwerwiegenden und lebensbedrohlichen internistischen Erkrankungen werden auf der interdisziplinären Intensivstation des Diakonissenkrankenhauses unter der Leitung des Chefarztes der Klinik Innere Medizin I, Dr. med. Klaus Amendt, und des Chefarztes der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Prof. Dr. med. Thomas Lücke, versorgt. Die 24-stündige Präsenz eines Arztes der Inneren Abteilung und eines Anästhesisten auf der Intensivstation ist garantiert.

Hierbei werden die spezifischen Kompetenzen von Anästhesie und Innerer Medizin interdisziplinär zum Wohle des Patienten zusammengeführt. Bei spezifischen Fragestellungen können jederzeit Spezialisten der anderen Abteilungen des Krankenhauses hinzugezogen werden. Alle diagnostischen Verfahren vom Ultraschall über die Endoskopie bis zur Radiologie stehen unseren Patienten an 24 Stunden des Tages zur Verfügung. 

Die tägliche interdisziplinäre Visite mit Kardiologen, Gastroenterologen, Anästhesisten und Nephrologen unter Hinzuziehung eines Spezialisten für Infektionskrankheiten garantiert eine optimale intensivmedizinische Versorgung der uns anvertrauten schwerkranken Patienten. Um dies zu gewährleisten, besteht eine enge Kooperation mit ze:ro (Dialysezentrum und Gemeinschaftspraxis für Nieren- und Gefäßerkrankungen und Bluthochdruck am Diakonissenkrankenhaus). So können wir bei unseren Patienten auch alle Formen der Nierenersatztherapie und Entgiftungen durchführen.

Die häufigsten „nicht operativen“ Erkrankungen

  • Behandlung von akuten Erkrankungen des Herzens: Herzinfarkt, Akutes Koronar-Syndrom, Angina pectoris, akute Herzinsuffizienz bei Myokarditis oder Kardiomyopathie, komplexen Herzrhythmusstörungen
  • Akute und chronische Erkrankungen der Lunge und der Bronchien mit kritischen Störungen der Lungenfunktion (Invasive und nicht-invasive maschinelle Beatmung)
  • Lungenarterienembolie
  • Akute Ischämie der Extremitäten (arterielle Embolie und Thrombose), in Kooperation mit der Gefäßchirurgischen Klinik
  • Akute Ischämie des Gehirns (Schlaganfall), entzündliche Erkrankungen des Gehirns (Encepahlitis) und chronische neurologische Erkrankungen mit akuter Ateminsuffizienz werden in enger Kooperation mit unserer Klinik für Neurologie behandelt.
  • Normalisierung des Gehalts an Blutfarbstoff und Gerinnungsfunktionen nach Blutungen
  • Akute Blutungen des Magen-Darm-Traktes, akute Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (akute Pankreatitis), Darmpassagestörungen z.B. bei Infektion in enger Kooperation mit der Medizinischen Klinik II
  • Intoxikationen
  • Psychiatrische Notfälle
  • Intoxikationen
  • Akut delirante Zustände

Intensivmedizinische Behandlungsmethoden

  • Alle Formen der künstlichen Beatmung mit modernen Beatmungsgeräten und der Entwöhnung von den Maschinen
  • Kreislaufstabilisierung einschließlich differenziertem Einsatz kreislaufstabilisierender Medikamente (Katecholamine)
  • Normalisierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
  • Künstliche Ernährung (Parenteral = durch die Vene und/oder enteral = durch Magensonde)
  • Schmerztherapie: Periduralanästhesie und PCA (= vom Patienten selbst gesteuerte Schmerzmittelzufuhr.))
  • Cell saving (Aufbereitung und Transfusion von verlorengegangenem Wundblut während und nach Operationen)
  • Auflösung von Blutgerinnseln (z.B. nach Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenembolie, Thrombosen der Extremitäten)
  • Reanimationsmaßnahmen (Wiederbelebungen)

Farbkodierte Doppler-Ultraschall-Diagnostik (FDS)

Die Gefäßdiagnostik mit Ultraschall hat im Diako Mannheim einen besonderen Stellenwert. Es besteht eine national und international anerkannte Expertise der Abteilung Angiologie am Diako Mannheim für die Ultraschalldiagnostik in allen Gefäßprovinzen.

Bei Erkrankungen der Arterien können nicht invasiv, schnell, ohne hohen personellen Aufwand, am Patientenbett oder in der Sonographieabteilung, häufige Gefäßbefunde wie der Nachweis einer Arteriosklerose erhoben werden. Lokalisation und Beschreibung des Ausmaßes der Gefäßerkrankung (Stenosegrade in Prozent und Verschlusslänge in Millimetern, Durchmesser krankhafter Erweiterungen der Arterien: Aneurysmata) werden routinemäßig dokumentiert.

Darstellung der Gefäßveränderungen

In Zusammenschau mit dem klinischen Befund und den Ergebnissen der nicht invasiven Gefäßdiagnostik (Laufband, Dopplerdrücke) erlauben diese Ultraschallbefunde bei der weit überwiegenden Anzahl unserer Patienten bereits eine definitive Diagnose und Festlegung der erforderlichen Behandlung (konservativ-medikamentös oder invasiv durch Katheter oder Bypass-Operation) ohne die Notwendigkeit der invasiven Angiographie oder teurer Schnittbildverfahren (MRT oder CT). 

Zudem können wir auch durch die Darstellung der Gefäßveränderungen mit hoher morphologischer Auflösung Aussagen über die Ursache der Gefäßerkrankung treffen. So lassen sich degenerative Gefäßveränderungen (Arteriosklerose) von Missbildungen (Dysplasien) und entzündlichen Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden) sicher unterscheiden. Auch der Mechanismus der Gefäßschädigung kann differenziert werden, so z.B. kann die stoffwechselbedingte Arteriosklerose von traumatischen Gefäßschädigungen bei Fehlanlage von anatomischen Strukturen unterschieden werden. Als typisches Beispiel hierfür sei die Kompression der Arterie im Kniegelenk (durch fehlangelegte Muskeln oder Sehnen: Entrapment-Syndrom oder Gefäßwand-Zysten: Zystische Adventitia-Degeneration) oder die Kompression von Arterien, Venen und Nervenbündeln im Bereich der Schulter (Syndrom der Schulterenge = Neuro-vaskuläres Kompressions-Syndrom = Thoracic Outlet und Thoracic Inlet-Syndrom: TOS,TIS) genannt. 

Diese Differenzierung der Gefäßerkrankungen ist entscheidend bei der Festlegung der Therapie, denn die üblichen Verfahren der Katheterbehandlung oder der Gefäßoperation versagen bei diesen Differentialdiagnosen und haben darüber hinaus bei einer falschen Indikation katastrophale Folgen bis hin zum Verlust von Beinen oder Armen.

Erkrankungen der Venen

Auch Erkrankungen der Venen können sicher erkannt und beurteilt werden: Krampfaderleiden (Varikosis), Krampfaderentzündung als Ursache massiv schmerzhafter Venenstränge (Thrombophlebitis), Thrombosen der tiefen Becken- und Beinvenen (Phlebothrombosen) als Ursachen von Lungenembolien oder schmerzhaften Beinschwellungen. Zusätzlich können Veränderungen oder Erkrankungen außerhalb der Gefäße als Differentialdiagnosen von Schmerzen oder Schwellungen an den Extremitäten beschrieben werden. Hierzu gehören zum Beispiel gelenknahe Zysten (Baker-Zyste) der Kniekehle, Hämatome oder Tumore in der Muskulatur und Kniegelenksergüsse. 

Die moderne Methode des farbkodierten Ultraschalles (FDS) ist in geübten Händen die diagnostische Standardmethode in der Gefäßmedizin.

Katheterbehandlung der Arterien

Unser Angiographie-Raum

Ein weit überregional anerkannter Schwerpunkt liegt auf der Katheterbehandlung von Arterienerkrankungen (Angioplastie). Alle Methoden der Gefäßeröffnung von der Aufweitung der Arterien mit Ballonkatheter in Verbindung mit der Implantation von Stents über die lokale medikamentöse Auflösung von Gerinnseln bis hin zur mechanischen Gefäßeröffnung durch Ausschneiden mit Schneidekathetern oder mittels Laserkatheter (Excimer-Laser-Angioplastie) werden als Standard-Methoden der angiologischen Kathetertechnik in der Hand des Angiologen durchgeführt.

Alle Gefäße von den Arterien der Beine (Becken-, Oberschenkel- Unterschenkel- und Fußarterien) über die Bauchschlagader, die Nieren- und Darmarterien, die Arterien der oberen Extremitäten (Schlüsselbeinschlagader) bis hin zu den das Gehirn versorgenden Schlagadern (Arteria carotis) werden routinemäßig und in großer Zahl behandelt. Diese Verfahren werden unter sterilen Bedingungen (wie eine kleine Operation) in örtlicher Betäubung über einen kleinkalibrigen Zugangsweg in der Leistenarterie schmerzfrei durchgeführt. In aller Regel erfolgt die Katheterbehandlung im Angiographie-Raum. 

Dr. Klaus Amendt ist außerdem ausbildungsberechtigter Arzt im Curriculum der Interventionellen Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen.

Die Kathetermethoden im Einzelnen

  • Ballondilatation: Normaler Ballon; Cutting Balloon: "Schneidekatheter"; Drug Eluting Balloon (DEB): Medikamente freisetzender Ballon
  • Stentimplantation: Ballon-expandierte Stents: Edelstahl; Selbstexpandierende Stents: Nitinol; Implantation von Stentprothesen: Stentgraft
  • Laser-Angioplastie: Excimer-Laser Katheter zur Eröffnung von Arterien mit Lichtenergie
  • Katheter-Thrombektomie: "Aushobeln" von verschlossenen Arterien
  • Lokale Lysebehandlung: Urokinase, rt-PA: Auflösen von Gerinnseln in der Arterie
  • Spot Stenting durch ein neu entwickeltes Stent-System zur Reduktion von Fremdmaterial in Arterien: Multi LOC (Entwicklung, Zulassung und Patentierung von Dr. Klaus Amendt)

Unsere Gefäßpatienten werden interdisziplinär betreut, das heißt, dass sowohl Chirurgen als auch Internisten bei der Therapieplanung und -durchführung zusammenarbeiten. Häufig werden Gefäßpatienten zunächst mittels eines Katheterverfahrens behandelt. Gegebenenfalls muss später eine Operation erfolgen (z.B. Grenzzonenamputation am Fuß). 

Seit Jahren ist es in unserer Klinik üblich, auch im Operationsraum die Katheterbehandlungen anzuwenden. Bei diesen Hybrid-Eingriffen wird die Angioplastie mit einem chirurgischen Eingriff kombiniert: Kathetereröffnung einer verschlossenen Schlagader und sofortige chirurgische Versorgung des Fußes (Debridement) bei jetzt verbesserter Durchblutung. 

Es ist auch möglich, direkt nach Anlage eines Bypasses z.B. von der Leiste bis zur Kniekehlenschlagader, durch den neuen Bypass eine Unterschenkelarterie mittels Angioplastie zu eröffnen, um den Blutstrom in den Fuß zu optimieren. Durch diese Zusammenarbeit von Angiologen und Gefäßchirurgen im Operationssaal kann der Patient seine Therapie in "einem Rutsch" unter optimalen Voraussetzungen erhalten. 

Herzkatheteruntersuchung

Bei einer Herzkatheteruntersuchung wird eine Sonde (der Herzkatheter) über ein Blutgefäß (meistens in der Leiste, ggf. auch vom Unterarm aus) zum Herzen geführt. 

Die Untersuchung kann je nach Erkrankungsbild in Form eines Linksherzkatheters (Einbringen des Katheters zum Herzen über eine Schlagader = Arterie) oder eines Rechtsherzkatheters (Zugang über eine Vene) erfolgen. 

Mit dem Herzkatheter können an verschiedenen Stellen des Herzens Messungen von Blutdrücken und Blutflüssen vorgenommen werden. So erkennen wir Erkrankungen der Herzklappen, der Herzkammern oder des Herzmuskels. 

Bei der häufigsten Herzkatheteruntersuchung, der Koronarangiographie, wird der Katheter über eine Schlagader zum Herzen geführt und Röntgenkontrastmittel in die Herzkranzgefäße (die Koronarien) gespritzt. Die Herzkranzgefäße sitzen dem Herzen auf und versorgen das Herz selbst mit Blut. Unter kurzer Röntgendurchleuchtung können auf diese Weise Verengungen (Stenosen) oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße festgestellt werden. 

Liegt eine krankhafte Veränderung der Herzkranzgefäße vor, spricht man von einer koronaren Herzkrankheit (KHK). 

Ist es notwendig und möglich, diese Veränderungen der Herzkranzgefäße mit dem Herzkatheter zu behandeln, wird das betroffene Blutgefäß mit einem Ballon wieder auf sein natürliches Maß erweitert und anschließend in der Regel eine Gefäßstütze, ein so genannter Stent (unbeschichtet oder medikamentenbeschichtet), eingesetzt. Dieser hat die Funktion, eine erneute Gefäßverengung zu verhindern. Dieses Verfahren bezeichnet man als Koronar-Angioplastie oder PCI (Perkutane Coronare Intervention). 

In der Regel erhalten Sie bei einer solchen Angioplastie ASS und Clopidogrel (ggf. Ticagrelor oder Prasugrel), um einen akuten Verschluss der Gefäßstütze zu verhindern. Die Dauer dieser Kombinationsbehandlung ist unter anderem abhängig von der Art des eingesetzten Stents. Die Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Kardiologen abgesetzt werden. Sollten Sie schon vor dem Eingriff ASS und Clopidogrel einnehmen, ist ein Absetzen vor der Koronarangiographie nicht erforderlich. 

Treten nach einer solchen Angioplastie erneut Brustschmerzen auf, stellen Sie sich bitte umgehend bei Ihrem behandelnden Arzt vor. Bei akuten, nicht nachlassenden Beschwerden rufen Sie sofort den Notarzt.

Wundmanagement

Patienten mit Erkrankungen der Blutgefäße leiden häufig unter schlecht heilenden Wunden. Das stationäre oder auch ambulante Management akuter oder chronischer Wunden, in aller Regel an den Beinen als Folge von Gefäßerkrankungen, stellt einen weiteren Schwerpunkt der Klinik dar.

Bei arteriellen Durchblutungsstörungen (Raucherbein, Diabetischer Fuß, entzündliche Gefäßerkrankungen) sind die üblichen Prinzipien der Wundversorgung nicht anwendbar, da diese immer normale Durchblutungsverhältnisse voraussetzen.

Wundtherapie

Die Wundtherapie des durchblutungsgestörten Patienten ist immer aufwändig und komplex. Maßnahmen zur Durchblutungsverbesserung stehen am Anfang der Therapie. Begleitende Infektionen sind mitunter schwierig zu behandeln, hier spielen auch multiresistente Erreger (MRSA) eine große Rolle. Die Patienten müssen unter Isolationsbedingungen behandelt werden, um eine Übertragung der resistenten Keime auf "gesunde" Wunden zu vermeiden. Dies trifft auch auf Wunden bei venösen Durchblutungsstörungen (Ulcus Cruris, Chronisch venöse Insuffizienz nach Thrombose) zu. 

Chronische Wunden müssen chirurgisch gereinigt werden (Debridement), selbstverständlich so schmerzarm wie möglich. Deshalb setzen wir neben den klassischen Methoden auch beispielsweise die Madentherapie ein. Dabei werden steril gezüchtete Maden, in Papiersäckchen verpackt, in Wunden eingelegt. Die Maden geben ihre Verdauungssäfte in die Wunden ab, so dass Wunden sehr schonend und schmerzarm gereinigt werden können.

Modernste apparative Methoden

Auch moderne apparative Methoden wie die VAC Therapie stehen zur Verfügung. Dabei wird ein steriler Schaumstoff in Wunden eingelegt und dann kontinuierlich mittels einer Pumpe ein Unterdruck angelegt. So wird die Durchblutung der Wunde angeregt und Wundflüssigkeiten von der Wunde weggeleitet und abgesaugt. Insbesondere tiefe Wunden können so z.B. für eine Hauttransplantation vorbereitet werden, die eine definitive Abdeckung der Wunde mit der eigenen Haut des Patienten, die in Anästhesie vom Oberschenkel entnommen wird, ermöglicht. 

Danach kann der Patient entweder in unseren Abteilungen für stationäre oder ambulante Rehabilitation weiter behandelt werden oder er wird ambulant durch die Institutionen des Sozialdienstes unter Aufsicht des Hausarztes oder z.B. des Diabetologen oder Nephrologen weiter versorgt. Bei erneuten Problemen kann der Patient in unserer angiologischen Ambulanz vorgestellt werden. Auf diese Art und Weise erfahren die Patienten einen nahtlosen Übergang vom Krankenhaus in ihr vertrautes soziales Umfeld.

Diagnostik

Untersuchungsmethoden bei Erkrankungen der Arterien

Arterielle Dopplerdruckmessung in Ruhe und nach Belastung (Doppler, ABI)

Screening-Methode: Messung der Blutdrücke an Armen und Beinen in unterschiedlichen Abschnitten: Oberschenkel, Wade, Fuß. Die Untersuchung wird in Ruhe und ggf. nach Belastung auf dem Laufbandergometer durchgeführt. Sichere Diagnostik einer Durchblutungsstörung.

Arterielle Oszillographie

Durch Anlegen von Blutdruckmanschetten mit einem bekannten Manschettendruck kann die pulsierende Durchblutung im Gewebe registriert werden.

Lichtreflex-Plethysmographie der Akren (LRR)

Hierbei wird die arterielle Durchblutung durch Erkennen des pulsierenden "roten Blutstromes" durch Fotozellen registriert. Die Kurven werden in Ruhe und z.B. nach Kälte- oder Wärmeapplikation zum Nachweis funktioneller Durchblutungsstörungen abgeleitet.

Laufbandergometrie

Auf einem breiten Laufbandergometer wird die schmerzfreie und die maximale Gehstrecke bestimmt.

Messung des transcutanen Sauerstoffparialdruckes in der Haut (TcPO2)

Durch Aufkleben von kleinen Messfühlern auf die Haut wird der Sauerstoffgehalt der Haut  als Maß der Qualität der arteriellen Durchblutung bestimmt.

Kapillarmikroskopie

Nachweis von Strukturstörungen des Aufbaus der kleinsten Gefäße (Kapillaren) am Nagelfalz von Fingern und Zehen unter dem Mikroskop. Dies dient der Diagnose von Rheumaerkrankungen (z.B. Sklerodermie) bei kalten, bei blauen oder weißen Fingern (Acrozyanose, Raynaud-Phänomen).

CW-Dopplersonographie der Arterien

Indirekte und direkte Dopplersonographie: Durch Ableitung von Dopplersignalen des strömenden Blutes mit einer auf die Haut aufgelegten Stiftsonde können Stenosen und Verschlüsse von Arterien und Venen erkannt werden. Den höchsten Stellenwert hat dieses Verfahren bei der Untersuchung der hirnversorgenden Schlagadern.

Farbduplexsonographie (FDS)

Die Farbduplexsonographie (FDS) ist die wichtigste Methode der Bildgebung bei Erkrankungen der Arterien und der  Venen. Durch Ultraschall können die Gefäßwände, das Gefäßlumen und das strömende Blut selbst dargestellt werden. Unsere modernen Geräte erlauben es uns,  anatomische Veränderungen der Gefäße mit einer sehr hohen bildlichen Auflösung nachzuweisen. So können bereits Verdickungen (Plaques bei Arteriosklerose) der Gefäßinnenhaut  (Intima) durch Einlagerungen von Fett oder Kalk lange bevor sie klinisch durch Symptome in  Erscheinung treten erkannt werden. Beim Fortschreiten dieser Gefäßwandverdickungen  kommt es folglich zu Einengungen (Stenose) und schließlich zum Verschluss des Gefäßlumens. Die Duplexsonographie kann nicht nur die Ursache der Stenosen (Arterisoklerose,  Gefäßwandentzündung) oder der Verschlüsse (Arteriosklerose, Embolie) erkennen, sie ermöglicht es uns auch, die Relevanz der Veränderungen zu beurteilen. Eine exakte Bestimmung des Stenosegrades und der Länge einer Gefäßveränderungen (Stenosequantifizierung und Bestimmung der Verschlusslänge) ist in der Hand des geübten Untersuchers mit  hoher Genauigkeit möglich. In aller Regel kann Durch das Ergebnis der FDS kann bereits die Therapie der so diagnostizierten Erkrankung festgelegt werden.  Es ist deshalb nur selten notwendig, ein invasives Verfahren (Angiographie) zur weiteren  Diagnostik durchführen zu müssen.

Intraarterielle Katheter Angiographie mit Kontrastmitteln in digitaler Subtraktionstechnik (DSA)

In örtlicher Betäubung wird nach schmerzfreier Punktion der Leistenschlagader ein dünner Katheter bis in die Bauchschlagader eingeführt. Über eine Motorpumpe wird  dann Kontrastmittel über diesen Katheter in das Blut eingespritzt. Dieses Kontrastmittel vermischt sich mit dem Blut und wird in die Arterien des Körpers mit weitertransportiert. Hier  macht es im Röntgenbild einen Kontrast. Gefäßstenosen und Verschlüsse lassen sich so  exakt im Überblick darstellen. 

In unserer Klinik findet diese invasive Diagnostik fast ausschließlich im Zusammenhang mit einer invasiven Katheterbehandlung zur Wiedereröffnung der Schlagadern "in einer Sitzung" statt (Angioplastie). Nach der Untersuchung wird der Katheter wieder entfernt und die Punktionsstelle von Hand abgedrückt. Um Nachblutungen zu vermeiden, wird ein Druckverband mit Binden angelegt. Eine ausschließlich diagnostische Angiographie kann als ambulanter Eingriff erfolgen. Bei korrekter Durchführung ist die Untersuchung schmerzfrei und komplikationsarm (Komplikationen durch das Kontrastmittel und durch die arterielle Punktion liegen in unserer Klinik weit unter einem Prozent).

Venöse Verschlussplethysmographie (VVP)

Durch Anlegen von Dehnungsmessstreifen um den Fuß oder die Wade herum kann die Volumenzunahme/Schwellung dieser Extremitätenabschnitte unter venöser Stauung durch  eine Oberschenkel-Blutdruckmanschette gemessen werden. Danach wird die Drainagefunktion der tiefen Becken- und Beinvenen nach Ablassen des Druckes aus der Staumanschette bei Verminderung des Umfanges/Abschwellen der Gewebeabschnitte unter den Messstreifen registriert. Die Methode dient der Ursachenklärung von Beinschwellungen und Beingeschwüren z.B. dem Nachweis einer Beinvenenthrombose und der Kontrolle des Heilungsvorganges danach (Postthrombotischer Zustand).

LRR venös

Die Drainagefunktion der Hautvenen besonders bei Krampfaderleiden wird durch Aufkleben von Fotosensoren am Innenknöchel beider Beine untersucht. Der Patient vollführt hierbei im Sitzen Zehenstände und soll so durch Aktivierung der Wadenmuskulatur das venöse  (dunkle) Blut aus der Haut abpumpen. Beim Versagen der Venenklappen, so z.B. bei Krampfadern, fließt das dunkle Blut aber sofort wieder in die Haut zurück und kann so erkannt werden.

Venendruckmessung invasiv

Nach Punktion einer Vene am Fußrücken kann der Blutdruck in dieser Vene invasiv gemessen werden. Der Patient vollzieht dann mehrere Zehenstände im Stehen und soll hierbei  über seine Wadenmuskeln das venöse Blut zum Herzen hin abpumpen, als Folge fällt der  Blutdruck in der punktierten Vene ab. Funktioniert diese Muskelpumpe aber bei Krampfadern oder bei venöser Insuffizienz nicht, so fällt der Blutdruck in der Vene nicht ausreichend ab. Der Schmerz, den der Patient bei dieser Untersuchung verspürt, entspricht dem bei einer normalen Blutentnahme.

Phlebographie invasiv

In den meisten Fällen kann nach einem ambulanten Erstkontakt mit dem Patienten die erforderliche Therapie bereits nach Durchführung der nicht invasiven Diagnostik festgelegt werden. Dieser Therapieentscheid erfolgt immer interdisziplinär zusammen mit unseren Gefäßchirurgen, so dass dem Patienten sofort alle konservativen und invasiven Verfahren erklärt werden und auch die für ihn beste Therapie angeboten werden kann. 

Sollte eine weitergehende Diagnostik mit einem so genannten Schnittbildverfahren erforderlich werden, z.B. bei Durchblutungsstörungen des Gehirns, so stehen diese Methoden in der Abteilung für Radiologie am Diakonissenkrankenhaus  und in Kooperation mit der Radiologie Nuklearmedizin Mannheim am Diako Mannheim (Dr. med. Karin Post) zur Verfügung.

Computertomographie (CT)

Darstellung von Arterien oder Venen und Organen nach Kontrastmittelinjektion unter Verwendung von Röntgenstrahlen. Zwei- und dreidimensionale Darstellung der Anatomie.

Kernspintomographie (MRT)

Ähnlich der CT- Diagnostik aber keine Benutzung von Röntgenstrahlen.

Diese Website verwendet Cookies.
Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Nutzungsverhalten zu sammeln. Personenbezogene Daten werden von uns nicht erhoben und bedürfen, wie z. B. bei der Nutzung von Kontaktformularen, Ihrer expliziten Zustimmung. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Diensten und zum Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen. Ihre Einwilligung dazu ist freiwillig und für die Nutzung der Webseite nicht notwendig.